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Grundlegende Wundversorgung – so geht‘s

Vor allem ist eines wichtig

Verletzungen oder Wunden immer sofort reinigen, um Infektionen zu vermeiden. Erde, Holzsplitter, Glasscherben und andere Fremdkörper, die in die Wunde gelangt sein können, abspülen. Auch den Bereich um die Wunde herum mit milder flüssiger Seife oder Wundreiniger reinigen, ansonsten können Bakterien von der Haut oder aus der Umgebung Infektionen verursachen. Die Haut um die Wunde herum mit einer sauberen Kompresse oder einem Baumwolltupfer abwischen/abtupfen.

ACHTUNG! Grössere und/oder stark verschmutzte Wunden, Bisswunden oder Verbrennungen/Verbrühungen nie selbst reinigen. Nur einen schützenden, blutstillenden Verband anlegen und einen Arzt/ein Krankenhaus aufsuchen.

Kleinere Schnittwunden

Zunächst die Wunde abspülen und die Wundränder zusammendrücken. Die verletzte Stelle hochhalten und mithilfe einer sauberen Kompresse oder eines Baumwolltupfers darauf drücken, bis die Blutung zum Stillstand kommt. Um die Wundränder zusammenzuziehen, ein Pflaster an der einen Seite der Wunde befestigen, über die Wunde ziehen und auf der anderen Seite zukleben. Manchmal gelingt es, die Wundränder mit chirurgischem Klebeband zusammenzuziehen. Das Pflaster/Klebeband einige Tage lang nicht abnehmen, sodass die Ränder zusammenheilen können.

Tiefe Schnittwunden

Bei tiefen Schnittwunden, vor allem an den Händen, immer einen Arzt/ein Krankenhaus aufsuchen. Eine tiefe Schnittwunde muss innerhalb von 6 Stunden genäht werden. Bei Schnitten in der Hand oder an einem Finger sowie in Gelenk- oder Sehnennähe muss die Beweglichkeit der Finger u. a. in allen Gelenken geprüft werden. Wenn dies sehr schmerzhaft ist oder Gelenke nicht beweglich sind, sofort einen Arzt aufsuchen.

Grössere Wunden

Wenn ein Pflaster nicht ausreicht, wird die Wunde stattdessen mit einer oder mehreren Kompressen abgedeckt. Die Kompresse mit chirurgischem Klebeband oder Textilklebeband fixieren. Wenn weitere Kompressen erforderlich sind, eine Gazebinde über die Kompresse legen.

Grosse und blutende Wunden

Eine Wunde mit einer spritzenden oder pulsierenden Blutung deutet auf eine Verletzung einer grösseren Schlagader hin. Den Verletzten hinlegen. Den verletzten Körperteil erhöht lagern. Die Blutung mit einem Druckverband über der Wunde (einem ersten Verband) oder Watte, die zu einer Kompresse gerollt wird, stillen. Eine elastische Gazebinde um den Druckverband binden, jedoch nicht zu fest. Bei weiterer Blutung mit der Hand auf den Verband drücken. Es ist wichtig, die Blutung zu stillen und schnell ein Krankenhaus aufzusuchen. Notruf absetzen.

Feuchte Wunden heilen schneller

Inzwischen wissen wir, dass Wunden in einer feuchten Umgebung wesentlich schneller heilen als in trockener, luftiger Umgebung. In einem feuchten Wundklima bilden sich schneller neue Zellen. Die Gefahr von Narbenbildung und Infektionen verringert sich. Hierfür gibt es Spezialpflaster, die aus sehr dünnem, flexiblem Material bestehen. Die Wundauflage kapselt die Wunde ein. Sie bildet eine Art Ersatzhaut, die die Kruste ersetzt. Da diese Art von Pflastern vollständig dicht ist, ist auch Duschen und Baden möglich. Nur eines ist dabei ganz wichtig: Die Wunde muss besonders sorgfältig gereinigt werden. Dichte Pflaster dürfen nie bei infizierten Wunden verwendet werden.

Wodurch heilt eigentlich eine Wunde?

Durch eine Reihe von raffinierten Mechanismen versucht der Körper, die Wundverletzung zu reparieren. Die Blutung wird dadurch gestillt, dass Fibrinogen aus den Blutgefässen austritt und Fibrin produziert. Dieses bildet eine Art Netz. Hierin werden Blutplättchen und rote Blutkörperchen aufgefangen. Es bildet sich ein natürlicher Blutstiller – eine Kruste. Weisse Blutkörperchen strömen zum Wundbereich und wehren Keime ab. Dabei kann sich die Haut um die Wunde herum etwas röten. Die normale Weise des Körpers, eine Wundverletzung zu heilen.

Wenn die Entzündungszeichen gering sind und sich bei einer kleinen Wunde im unmittelbaren Bereich um die Verletzung konzentrieren, ist ein Wundreiniger ausreichend. Nehmen die Keime überhand oder handelt es sich um robuste Keime, so kommt es zu einer starken Rötung um die Wunde herum sowie zu Schwellunugen und Schmerzen. Die Wunde beginnt zu nässen, eine Eiterblase entsteht. Rote Streifen zu nahegelegenen Lymphknoten, Schwellungen und Schmerzen in den Lymphknoten und/oder Fieber sind ernst zu nehmende Zeichen für die Ausbreitung einer Infektion. In diesem Fall sollten Sie einen Arzt/ein Krankenhaus aufsuchen.

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